„Im Gefängnis“ und „das Teilen“: Kleine Regeländerungen mit großem Einfluss auf den Hausvorteil

„Im Gefängnis“ und „das Teilen“: Kleine Regeländerungen mit großem Einfluss auf den Hausvorteil

Wer sich an einen Roulettetisch setzt, denkt oft, dass überall dieselben Regeln gelten. Doch kleine Unterschiede können den Hausvorteil – also den Vorteil des Casinos – deutlich verändern. Zwei der interessantesten und spielerfreundlichsten Sonderregeln stammen aus der französischen Roulette-Tradition: „en prison“ („im Gefängnis“) und „la partage“ („das Teilen“). Sie verändern nicht das Grundprinzip des Spiels, aber sie können die Gewinnchancen der Spieler spürbar verbessern.
Was bedeuten „im Gefängnis“ und „das Teilen“?
Beide Regeln greifen, wenn die Kugel auf der Null landet – dem grünen Feld, das normalerweise bedeutet, dass das Casino gewinnt. In der Standardversion der europäischen Roulette verliert der Spieler in diesem Fall seinen gesamten Einsatz. Mit „en prison“ oder „la partage“ bekommt er jedoch eine Art zweite Chance.
- La partage („das Teilen“) bedeutet, dass der Spieler bei einem sogenannten Even-Money-Bet (Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, Hoch/Niedrig) die Hälfte seines Einsatzes zurückerhält, wenn die Kugel auf Null fällt. Die andere Hälfte geht an das Casino.
- En prison („im Gefängnis“) funktioniert etwas anders: Der Einsatz bleibt auf dem Tisch „eingesperrt“, wenn Null fällt. Gewinnt der Spieler beim nächsten Dreh, bekommt er seinen gesamten Einsatz zurück – ohne Gewinn, aber auch ohne Verlust. Verliert er, ist der Einsatz endgültig verloren.
Beide Regeln gelten ausschließlich für Wetten mit einer 1:1-Auszahlung.
Warum beeinflussen diese Regeln den Hausvorteil?
In der klassischen europäischen Roulette beträgt der Hausvorteil 2,70 %. Das liegt daran, dass es 37 Felder gibt (1–36 plus 0), die Auszahlungen aber so berechnet werden, als gäbe es nur 36. Mit la partage oder en prison sinkt dieser Vorteil auf etwa 1,35 % – also fast auf die Hälfte.
Für Spieler bedeutet das: Langfristig verlieren sie weniger, und das Spiel wird fairer. Deshalb suchen erfahrene Spieler gezielt nach Tischen, an denen eine dieser Regeln gilt.
Unterschied in der Praxis
Obwohl beide Varianten mathematisch fast identisch sind, fühlen sie sich unterschiedlich an. La partage bietet eine sofortige, teilweise Rückzahlung – man verliert die Hälfte, kann aber direkt weiterspielen. En prison hingegen verlangt Geduld: Der Einsatz bleibt auf dem Tisch, und man muss auf den nächsten Dreh warten, um zu erfahren, ob man ihn zurückbekommt.
Psychologisch macht das einen Unterschied. Manche Spieler bevorzugen la partage wegen der Einfachheit, andere genießen die zusätzliche Spannung bei en prison.
Wo findet man diese Regeln in Deutschland?
In vielen europäischen Casinos – auch in Deutschland – findet man französische oder europäische Roulettevarianten, bei denen eine dieser Regeln gilt. Besonders in traditionellen Spielbanken wie Baden-Baden, Wiesbaden oder Hamburg wird häufig nach französischen Regeln gespielt. Online-Casinos, die in Deutschland lizenziert sind, bieten ebenfalls oft Roulette-Tische mit la partage oder en prison an.
In amerikanischer Roulette, die zusätzlich ein Doppelnull-Feld (00) enthält, sind diese Regeln dagegen selten. Das ist einer der Gründe, warum europäische Roulette als die spielerfreundlichere Variante gilt.
Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung
Roulette bleibt ein Glücksspiel – aber wer die Regeln kennt, kann klügere Entscheidungen treffen. Wenn Sie auf einfache Chancen setzen und ein Tisch mit la partage oder en prison verfügbar ist, verbessern Sie Ihre langfristigen Aussichten.
Diese kleinen Regeländerungen zeigen, wie Details im Casinoalltag große Auswirkungen haben können – nicht nur auf den mathematischen Hausvorteil, sondern auch auf das Spielgefühl selbst. Für aufmerksame Spieler lohnt es sich also, genau hinzuschauen, bevor die Kugel rollt.














